Bühnenfechten und Stage Combat

 

Bühnenfechten 

  Bei Bühnenfechten und Stage Combat geht es um die Darstellung von Gewalt vor einem Publikum. Dazu gehören zum Beispiel Fechtszenen in Filmen, auf der Bühne, bei Schaukampfvorstellungen usw. Bühnenfechten, auch "Szenisches Fechten"  oder "Theaterfechten" genannt, unterscheidet sich von allen anderen Formen des Fechtens vor allem darin, daß es nicht darum geht, den Gegner tatsächlich zu treffen oder zu verletzen, sondern es soll  ein solcher Eindruck, die Illusion eines Kampfes,  beim Zuschauer erzeugt werden. Je besser das gelingt,   desto höher ist die Qualität des Szenischen Fechtens einzuschätzen.

 

Beim Bühnenfechten ist jede Bewegung Teil einer vorher ausgearbeiteten Choreographie. Es gibt keine Improvisation, das ist allein schon aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Jede Bewegung geschieht nach Absprache und mit einer deutlichen Ankündigung, so daß der Partner rechtzeitig darauf reagieren kann. Die Bewegungen sind viel größer und viel langsamer als bei einem sportlichen Gefecht, damit die Zuschauer dem Geschehen folgen können.

  Die Darsteller müssen jede Bewegung und sei sie auch noch so unbedeutend, auswendig lernen und einstudieren, einschließlich des "korrekten Sterbens". Auch das richtige Zu-Boden-Gehen will gelernt sein, denn gerade bei diesen Bewegungen können gefährliche Momente eintreten, wenn sie unkontrolliert ablaufen.

 

Um einen möglichst authentischen Eindruck zu erzeugen, wird beim Bühnenfechten mit Waffen gearbeitet, die den Originalen sehr ähnlich sind und demzufolge ist der Umgang mit diesen Waffen  gefährlich, da auch, wie bei einem echten Kampf, ohne Schutz gearbeitet wird. Die Waffen sind fast genauso scharf wie die Originale und das erfordert besondere Fechttechniken, um die Sicherheit der Darsteller zu garantieren. Eine Besonderheit beim Bühnenfechten ist daher, alle Hiebe und Stöße entweder vorbeizuführen, als Passéhiebe, oder mindestens 20 cm. vor dem Körper des Partners abzustoppen. Es gibt verschiedene Techniken wie das so zu bewerkstelligen ist, daß der Kampf dennoch echt aussieht. Solche Techniken werden von auf das Bühenfechten spezialisierten Fechtmeistern gelehrt.

Weiterhin muß darauf geachtet werden, daß genügend Spannung bei dem Gefecht aufkommt, so wie es die Handlung, von der die Kampfszene ein Teil ist, erfordert. In Theaterstücken und Filmen besitzen die Kampfszenen  eine ganz herausragende Bedeutung. Oft markieren sie entscheidende Wendepunkte im Geschehen oder sie sind sogar der absolute Höhepunkt, auf welchen das ganze Stück hinausläuft. Das ist zum Beispiel bei vielen Shakespeare-Stücken der Fall.  Gerade weil diese Kampfszenen so wichtig sind, überläßt ein guter Regisseur die Erarbeitung einer solchen Choreographie einem anerkannten Experten für Bühnenfechten und Kampfchoreographie, denn nichts ist schlimmer für eine Theateraufführung, als daß die Szene, die eigentlich der ernsthafte Höhepunkt des Ganzen sein soll, durch unfreiwillige Komik leidet, weil die Darstellung des Gefechtes mißlingt oder unecht wirkt.

  Ausgebildete Bühnenfechtmeister wissen darüber hinaus, welche Waffen, welche Kleidung und welche Fechtweisen in die jeweilige historische Epoche und die Region gehören, in der das Stück spielt. Alles das ist wichtig und muß beachtet werden, um eine Inszenierung gelingen zu lassen.

Weitere interessante Artikel

Die Fechttechnik des Bühnenfechtens