Duellwaffen

 

Scharfe Waffen für das Duell

Auf dieser Seite werden einige historische Waffen vorgestellt. Alle gezeigten Waffen sind für das Stoßfechten optimiert und für spezielle Zweikampfsituationen entworfen. Das besondere bei einem Zweikampf mit tödlichen Waffen (Duell) ist, daß die Handlungsmöglichkeiten im Vergleich zu einer Selbstverteidigungssituation eingeschränkt sind. 

Im Gegensatz zu einer Selbstverteidigunssituation gibt es im Duell kein grundlegendes Überraschungsmoment, denn beide Gegner rechnen mit einem Angriff und sind darauf vorbereitet. Ein solcher Zweikampf ist dadurch gekennzeichnet, daß beide Gegner entschlossen sind zu kämpfen, die Option der Flucht kommt also nicht in Frage. Eine weitere Besonderheit des Duells ist, daß beide Gegner gleich gewappnet sind, daß für eine Ebenbürtigkeit gesorgt ist.  Dazu gehört auch, daß beide Duellanten sich verpflichtet haben, sich an bestimmte vorher festgelegte Kampfregeln zu halten. Auch das schränkt das Repertoire an möglichen Aktionen in einem Duell weiter ein.

Die gezeigten Duellwaffen dienten vornehmlich nur einem Zweck: den Gegner durch einen schnellen  Stoß zu töten oder mindestens kampfunfähig zu machen und selbst heil aus der Situation hervorzugehen. Die Degen sind allesamt zivile oder studentische Waffen, sie waren nicht für den Einsatz auf dem Schlachtfeld gedacht.

 

Glockendegen

 Glockendegen

Dieser Glockendegen stammt aus der dem ausgehenden 17. Jahrhundert. Von allen gezeigten Waffen hat er am ehesten noch Eigenschaften aufzuweisen, wie das vergleichsweise hohe Gewicht und die flache Klinge, die darauf hindeuten, daß eine Verwendung als Selbstverteidigungswaffe eine mögliche Option war.  Die Klinge ist aufgrund ihres flachen Querschnitts und ihrer Kopflastigkeit durchaus geeignet, einen versehrenden Hieb anzubringen.

 

Frühes Smallsword

 Smallsword

Die abgebildete Waffe aus dem frühen 18. Jahrhundert stellt eine Übergangsform dar vom Rapier zum Smallsword. Die Gefäßbügel und das Ricasso sind noch sehr ausgeprägt, während die dreikantige Klinge ungewöhnlich schmal und leicht ist.

 

Tellerrapier oder Stossrapier

Stoßrapier

Hier handelt es sich um eine studentische Fechtwaffe aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zu der damaligen Zeit war das Stoßfechten allgemein üblich. Die großen Stichblätter in Verbindung mit Stulpenhandschuhen sollten dazu dienen zu verhindern, daß ein  Zweikampf vorzeitig durch eine Verletzung des Unterarmes oder der Hand beendet wird. Das Stichblatt war häufig in den Farben der Verbindung verziert.

 

Stossdegen

 Stoßdegen

Dieser Degen war als studentische Fechtwaffe in Deutschland im Einsatz. Diese Waffenform  wurde für Stossmensuren gebraucht und war auch unter dem Namen "Pariser" bekannt. Er löste mancherorts die vorher gebräuchlichen "Tellerrapiere" ab. Im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde noch nicht so sehr zwischen Duellen und den mehr freundschaftlichen studentischen Mensuren unterschieden.

Mensuren auf Stoß wurden in Deutschland noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vereinzelt gefochten, wurden wegen ihrer Gefährlichkeit jedoch zunehmend abgelehnt. Für Mensuren, bei denen es nicht darum ging eine verletzte Ehre wieder herzustellen, setzte sich allmählich das weniger gefährliche Hiebfechten durch.

 

Duelldegen

 Duelldegen

Auf der Abbildung ist ein französischer Duelldegen für den zivilen Gebrauch aus der Zeit um 1900 zu sehen. Typisch ist der schlichte, französische Griff und das flache, florettähnliche Stichblatt. Der Degen ist mit einer sehr starren Dreikantklinge ausgestattet, die das Siegel der "Manufaktur Klingenthal" trägt. Solche Degen wurden meistens in zweifacher Ausführung angefertigt, auch zu diesem existiert noch das passende Gegenstück.

Auch der Säbel wurde als Duellwaffe verwendet. Mehr darüber können Sie in diesem Artikel über das  Säbelfechten mit dem schweren Säbel lesen.