Historische Säbel

 Der Säbel

Auf dieser Seite werden verschiedene historische Säbel vorgestellt. Im Äußeren unterscheidet sich der Säbel vom Schwert in vielen Punkten. Der Säbel ist sowohl in Form der Klinge als auch des Gefäßes asymetrisch aufgebaut, das Schwert symetrisch. Der Säbel hat eine mehr oder weniger stark gekrümmte Klinge, das Schwert ist gerade. Der Säbel ist oft nur an einer Schneide, nämlich da wo die Krümmung ist, geschliffen, das Schwert ist beidseitig geschliffen. Obwohl da auch viele Abweichungen vorkommen, zum Beispiel Säbel die auch an der Rückschneide zumindest im Bereich der Schwäche scharf geschliffen sind.

  Der gekrümmte Aufbau einer Säbelklinge bringt es mit sich, daß sie nur bedingt zum Stoß geeignet ist. Allgemein gilt, je stärker die Krümmung, desto ungeeigneter zum Stoß. Viele orientalische Säbel sind sehr stark gekrümmt, während europäische Säbel oft nur mäßig oder fast gar nicht gekrümmt sind.

Militärsäbel Österreich-Ungarn

Militärsäbel nach österreichisch-ungarischen Modell

 

Handschutz beim Säbel 

Das Gefäß des Säbels weist meistens irgendwelche Vorrichtungen zum Schutz der Hand auf, wie zum Beispiel Parierstangen, ein Hiebblatt, Bügel oder einen Korb. Man findet hier starke Unterschiede und viele verschiedene Formen. Manche Säbelformen, zum Beispiel die "Schaschka" der Kosaken weist gar keinen Handschutz auf. Diese Waffe ist nicht zum Fechten gedacht sondern nur zum Angreifen in Form von Kavallerieatacken. In einer solchen Situation wird es nicht zum Austausch von Hieben kommen, aus dem Grunde erübrigt sich ein Handschutz. Aber alle Säbel die in irgendeiner Weise auch zum Fechten vorgesehen sind verfügen über einen Handschutz.

Herkunft des Säbels

Der Säbel ist ursprünglich eine Militärwaffe und eine Reiterwaffe. In Europa wurde er vermutlich durch aus dem Osten kommende bewaffnete Reitergruppen eingeführt. Im Unterschied zu den anderen europäischen Ländern entwickelte sich der Säbel im deutschsprachigen Raum im 19. Jahrhundert jedoch auch zu einer beliebten Fecht- und Duellwaffe. Die genauen Gründe dafür sind unklar. Tatsache ist, daß im deutschen Sprachgebiet der Fechtbrauch des Militärs und der Sportvereine ganz stark von den studentischen Fechtbräuchen geprägt wurde, wo ab Mitte des 19. Jahrhunderts dem Hiebfechten der Vorrang gegeben wurde vor dem Stoßfechten.

Verschiedene Modelle des Säbels

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren im deutschen Sprachraum folgende Säbeltypen üblich:

 der Korbsäbel

Studentische Korbsäbel

Der Korbsäbel, der als commentmäßige Waffe der schlagenden Studentenverbindungen galt, der aber auch von militärischen Kreisen als Duellwaffe anerkannt war. Korbsäbel wurde in Deutschland gefochten, und zwar aus einer festen Mensur. Das heißt der hintere Fuß durfte während des Fechtens nicht weiter nach rückwärts bewegt werden, nur mit dem vorderen Fuß durfte ausgefallen werden. Diese Sitte hielt sich lange Zeit standhaft, weil man ein Zurückweichen als feige ansah. Selbst bei Duellen wurde häufig mit fester Mensur gefochten. Schließlich  wurde die feste Mensur doch zugunsten einer beweglichen Mensur aufgegeben, weil bei internationalen Wettkämpfen die Fechter, die gewohnt waren mit beweglicher Mensur zu fechten, überlegen waren.

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Dieser Säbel war im südlichen Deutschland in Gebrauch

Der Muschelsäbel gleicht in fast allen Punkten dem Korbsäbel, hat also auch eine Schlaufe für den Zeigefinger. Anstelle des Korbes hat er einen Handschutz aus festem Eisenblech. Dieser Säbel wurde in manchen Vereinen in Süddeutschland gefochten, mit beweglicher Mensur.

Übungswaffe für das Säbelfechten

Übungssäbel östereich-ungarischer Herkunft

Der österreich-ungarische Säbel ist auch am Griff mit Eisen beschlagen und wurde mit beweglicher Mensur gefochten, in Österreich-Ungarn, der Schweiz und Frankreich. Die Klinge dieses Säbels gab es in unterschiedlicher Schwere. Grundsätzlich bringen es schwerere Klingen mit sich, daß zu den Hieben mehr ausgeholt werden muß und das Handgelenk stärker gedreht werden muß. Bei sehr leichten und schmalen Klingen tritt das Problem auf, daß wenn ein bestimmtes Maß überschritten ist die Klinge nicht mehr geeignet ist wirklich zu verletzen. Dieses Maß wurde nicht überschritten, denn im 19. Jahrhundert hatte man immer noch den wirklichen Kampf als Maßstab vor Augen.

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Übungssäbel mit schmaler Klinge.

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