Szenisches Fechten
Die Kunst auf der Bühne zu fechten
Beim Szenischen Fechten, auch Bühnen- oder Theaterfechten genannt, geht es nicht um einen realen Kampf, sondern es soll die überzeugende Illusion eines echten Kampfes erzeugt werden. Sicherheit für Darsteller und Zuschauer ist oberstes Gebot, zumal ohne Masken und Schutzkleidung gefochten wird. Alle Bewegungen sind abgesprochen und werden genau mit dem Partner einstudiert.

Es soll echt aussehen, aber es ist alles gespielt: Szenisches Fechten mit dem Säbel
Die richtige Fechttechnik macht den szenischen Kampf sicher
Theaterfechten macht eine besondere Fechttechnik erforderlich, welche die Bedingungen erfüllt, zugleich sicher für die Darsteller zu sein und dynamisch und spannend für den Zuschauer auszusehen.
Prof. Clauß Großer von der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig hat ein solches Fecht-System entwickelt, das er an seine Schüler und Studenten weiter gibt. Die Sicherheit bei den Fechttechniken wird durch folgende Besonderheiten erreicht:
- eine spezielle Hiebtechnik bringt es mit sich, daß selbst wenn der Partner einmal eine Parade vergißt, er nicht getroffen werden kann
- alle Aktionen haben eine deutliche Auftaktbewegung, die dem Partner Zeit läßt zu reagieren
- alle Stöße und Hiebe werden entweder abgestoppt oder am Partner vorbeigeführt

Prof. Claus Großer (rechts) demonstriert eine bühnentaugliche Fechttechnik
Deutliche Bewegungen für die Zuschauer
Die Fechttechnik beim Szenischen Fechten lehnt sich an klassischen und historischen Fechtweisen an. Allerdings sind bei weitem nicht alle Aktionen der klassischen Fechtkunst für das Theaterfechten zu gebrauchen. Die Bewegungen beim Theaterfechten sind viel größer und daher für den Zuschauer deutlich zu sehen. Es ist wichtig daß die Zuschauer die einzelnen Aktionen erkennen können, um dem Kampfgeschehen zu folgen.

Eine weitere Aktion des Szenischen Fechtens: Ein Kopfhieb wird mit der "Sixt-Parade" aufgehalten. Alle Bilder dieser Seite zeigen Teilnehmer eines Lehrgangs abgehalten von Prof. Claus Großer zum Thema Bühnenfechten.
Die Fechtweisen, die in fast allen Theaterstücken und in den meisten "Mantel-und-Degen-Filmen" zu sehen sind, haben von der Fechttechnik her nicht viel mit einem realen Kampf zu tun. Es geht meist darum ein rasantes und oft mit Akrobatik angereichertes Schaustück zu liefern. Je nach Aussage des Stückes oder des Films und je nach Wunsch der Regie kann die Fechtszene auch etwas Komödienhaftes beinhalten. Oft kommt es dem Regisseur nicht so sehr darauf an einen historisch korrekten Kampf zu zeigen, sondern die Sehgewohnheiten oder Erwartungshaltung der Zuschauer zu befriedigen. Aber auch das ist eine große Kunst.
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